Kirchenmusik
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Soli Deo Gloria

Der St. Marien Dom und seine Orgel.

Geboren 1908, umgebracht 1945?

Nein, nicht umgebracht! Zerstört in der Endphase eines verbrecherischen und grausamen Krieges.

Durch die Jahrhunderte zieht sich eine Spur von Zerstörung, Unglück und Krieg. Das traf auch auf unseren Dom und auf sein Innenleben zu, also auch auf seine Orgeln . Und jedesmal war es der Mut und die Zuversicht der Überlebenden und ihrer Kinder, der sie befähigte, nach vorn zu sehen, anzupacken und das Zerstörte wieder aufzubauen.

Das war auch so mit dem St. Marien Dom

Der Schutt wurde beiseite geräumt, Gottesdienste fanden statt, Chormusik hielt wieder Einzug in ein Gebäude ohne Dach, mit zerstörten Wänden, zerstörtem Altar, und verbrannter Orgel.

Und bereits dort fanden sich Menschen, die sagten: "Diesen Dom bauen wir wieder auf." Es waren sicher nicht viele, die daran glaubten. Es gingen Jahre dahin, in einer Gesellschaftsordnung, die sich nicht gerade durch Kirchenfreundlichkeit auszeichnete.

Und doch, am 16.Dezember 1956 läuteten die Glocken in den wiederhergestellten Domtürmen und 1965 war auch das Dach fertig.

Erst 1988 wurde eine Dombauhütte gegründet und nach Jahren des Planens und der Mühe und fleißiger Arbeit wurde der Dom wieder richtig lebendig.

Im Innern wurde ein modernes Gemeinde Zentrum gebaut, ein neuer (alter) Barock-altar hielt Einzug und eine kleine neue Orgel. Von der Firma Sauer aus Frankfurt gebaut, erhob sie ihre Stimme zum Lob Gottes.

Wie schön, denkt da jeder, was gab es da noch zu klagen?

Nun, zu klagen direkt nicht. Aber zu wünschen. Da gab es nun so ein großes schönes Gotteshaus und sooo eine kleine Orgel. Und dann gab es einen Beschluß des Gemeindekirchenrates. "Ja, wir wollen irgendwann eine Große Domorgel." Und dann gab es noch sooo viel zu zahlen für den neu gebauten Dom. Und dann gab es kein Geld mehr!

 

und was gab es da noch?

Und was gab es noch?

Es gab einen Kantor und ein Häuflein Unverzagter. Und die sagten zu sich selber: "Vom Himmel fällt so etwas nicht, was können wir also tun, sollen wir vielleicht sammeln?" Natürlich kamen auch Stimmen, die sagten: "Haben wir nicht andere Sorgen als eine Große Orgel?" "Na ja," sagten die Unverzagten "wer für Brot für die Welt spenden will, der tut das, und wer für eine Orgel spenden will, tut das auch, also fangen wir an. Und wenn es zwanzig Jahre dauert, die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt."

Aber es waren keine zwanzig Jahre, wie wir heute sehen und natürlich hören können, denn Sie sitzen hier und erleben den Tag der Einweihung der fertigen Orgel. Und das nach nur zehn Jahren.

Ein Wunder? Ja.!

Und im Rückblick gesehen, ging alles rasend schnell.

Kein Mensch hatte mit der Großherzigkeit der Fürstenwalder Bürger, und Spender aus der weiteren und ferneren Umgebung, gerechnet.

Wie es dazu kam?

Als erstes gab der Gemeindekirchenrat seine Zustimmung.

Dann wurde der "Freundeskreis GroßeDomorgel" gegründet.