Freundeskreis Große Domorgel
Die Gemeinnützigkeit beantragt und genehmigt. Die Idee der Orgelaktie wurde geboren, viele von Ihnen haben eine solche zum Preis von 500 DM, (heute 250 Euro) erworben. Und damit wurde dieser Tag heute erst ermöglicht. Es gab Spenden von einem Groschen bis hin zu 150.000 DM von einzelnen Personen bis hin zu Familien, die zusammen über 20 Orgelaktien gezeichnet haben, von Firmen und Vereinen, bis hin zu Spenden von Parteien und einer großzügigen Spende der Dr. Meyer Struckmann Stiftung. Allen diesen Menschen haben wir von Herzen zu danken.
Aber, damit wir heute diesen Tag gemeinsam erleben können, spielte auch der Zufall, (oder Fügung) eine Rolle.
Fünf Orgelbaufirmen erarbeiteten für die Domorgel Konzepte und Kostenvoranschläge. Bis 1,7 Millionen DM kamen zusammen, da mußten selbst die Unverzagten ganz schön schlucken.
Und dann küßte uns der Liebe Gott auf beide Augen.
Der Thomaner Chor aus Leipzig gab ein Konzert in unserem Dom. Professor Böhme, aus der Thomas Kantorei, sah die Orgelausstellung und fragte: "Wollen Sie nicht unsere dreißig Jahre alte Potsdamer Schuke-Orgel kaufen, wir bekommen im Bachjahr eine Neue."
Und nun kam Schwung in die Sache.
Man fuhr mit des Orgelbauers Sohn nach Leipzig in die Thomankirche und es gab die Zustimmung "Ja " meinte Schuke junior," diese Orgel, die mein Vater gebaut hat, läßt sich, natürlich verändert, in den Fürstenwalder Dom einbauen."
Nun mußten wir nicht mehr so doll schlucken und durch die Großzügigkeit der Spender ließ unsere Zaghaftigkeit bald nach und alle Aktionäre sind nun Ideelle Anteilseigner an der Orgel. Und außer in der Ausstellung wird der Name auf einer Orgelpfeife angebracht. Zum Weiteren besteht die Absicht, eine Dokumentation über die Idee zur großen Domorgel und ihrer Verwirklichung zu erstellen.
So saßen wir vor zwei Jahren zum Reformationstag hier und hörten zum ersten Mal die Stimme der Königin der Instrumente Natürlich nicht die volle Stimme. Die hören wir erst heute. Aber alles, was wir aus der Thomaskirche übernahmen, war schon ein Genuß zu hören. Aber es kam auch mehrere Male die Frage auf "Warum in Gottes Namen weihen wir denn hier die Orgel ein, wenn sie noch nicht fertig ist."
Eine gute Frage. Und die Antwort war:
"Eine Orgel ist halt kein Schrank".
Einen Schrank kann man auseinandernehmen, transportieren und am neuem Ort wieder zusammensetzen, die Fächer verändern und andere Sachen als vorher in den Schrank tun.
Bei der Orgel ist das anders. Die unsrige wurde in der Thomskirche für ein Seitenschiff konstruiert, asymmetrisch, und da sie dreißig Jahre alt war, hatte sie auch schon einige Veränderungen hinter sich, von denen einige ihr nicht sehr gut bekamen. So wurde alles aus der Thomaskirche ausgebaut, was in unserem Dom wieder eingebaut werden konnte. Ein neues Konzept wurde erstellt, welches die Orgel auf die Empore und in den Mittelpunkt stellt.
Und nach guter Haushälter Art haben wir immer erst, wenn eine bestimmte Summe zusammen war, wieder einen Teil der neuen Orgel bauen lassen. Und dann waren Teile aus der Thomaskirche eingebaut.
Und deshalb weihten wir im Oktober 2003 die Orgel ein, mit allen Teilen die auch die alte Orgel in St.Thomas enthalten hatte.
Um aber "die Königin " unsrem Dom entsprechend fertig zu stellen, fehlten noch einige Register, ein Schwellwerk und Zimbelsterne und so mußten wir noch weiter sammeln, damit unsere Königin nicht nur ein festliches Kleid hat, sondern auch noch zum Abschluß die Krone.

